Mülheim-Nord: 20 Jahre Stadtplanung in die Tonne?

Liebe Kölner,

seit 20 Jahren liegt das zwischen Schanzenstr. und Berliner Str. gelegene Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Mülheim brach. 20 Jahre lang haben Initiativen, Bürgervereine, Architekten und Stadtplaner Ideen und Konzepte für dieses Areal entwickelt und darauf hingewiesen, welch enormes Potential für Mülheim hier schlummert. Denn das ehemalige Gleisfeld bietet die einmalige Gelegenheit, den abgehängten Mülheimer Norden wieder an den Stadtteil anzuschließen.

Nun ist dort ein auf 400 Metern durchgangsfreier Versicherungsbau geplant, der die Barrierewirkung des Geländes massiv verstärkt anstatt sie aufzuheben und der zudem abends und am Wochenende eine weitgehend tote Zone umschließt.

Visualisierung

Mit einem Dringlichkeitsverfahren, dessen enge Zeitfenster eine ernst gemeinte Bürgerbeteiligung unmöglich machen, soll dieses Bauvorhaben auf den Weg gebracht werden. Der zuletzt erreichte Planungsstand, die zahlreichen von der Bürgerschaft entwickelten Ideen für das Areal und das Bekenntnis der Stadt im Mülheim 2020-Programm zu einem gemischten Quartier auf der Brache, würden damit zu Makulatur.

Am 6. Mai um 19h findet im E-Werk in der Schanzenstr. 37 die Bürgeranhörung zu dem Vorhaben statt. Es ist wichtig, dass möglichst viele Bürger dort erscheinen, um zu signalisieren, dass sie hier nicht einfach über ihre Köpfe hinweg entscheiden lassen wollen.

Als Download hier Darstellung des geplanten Versicherungsbaus als Plan (PDF) und als Visualisierung (PDF).

Ebenfalls zum Download: Der Offene Brief von Geschichtswerkstatt Mülheim und Nachbarschaft Mülheim-Nord e.V., der die Zusammenhänge rund um das Güterbahnhofsgelände detailliert beschreibt. Absolut bedenkenswert ist der darin enthaltene Vorschlag, die Zürichversicherung, statt auf der Güterbahnhofsbrache auf dem Areal des ehemaligen Barmer Blocks in Deutz anzusiedeln.