Hambacher Wald vor dem Verdursten retten

 

Der Hambi braucht unsere Unterstützung. Der Energiekonzern RWE pumpt das Grundwasser aus dem Tagebau und damit auch aus dem Hambacher Wald ab. Der Hambi wird trocken gelegt – und die Folgen sind dramatisch.

RWE plant, das Grundwasser im Tagebau Hambach weiter abzupumpen und beantragt gerade eine Erlaubnis, das Abpumpen fortzuführen. Dagegen können wir alle eine sogenannte Einwendung schreiben. Es geht darum, unsere persönliche Betroffenheit zu formulieren. Die Frist für die Einwendung zur „Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis zur Fortsetzung der Entnahme und Ableitung von Grundwasser für die Entwässerung des Tagebaus Hambach im Zeitraum 2020 – 2030“ wurde verlängert auf den 18.09.2019, weil der Antrag in der Stadt Düren nicht im gesamten Zeitraum eingesehen werden konnte. Daher wird die Auslegung in der Stadt Düren hiermit wiederholt.

Amtsblatt: https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/a/amtsblatt/2019/abl_31_19.pdf

Weitere Informationen und Textvorlagen für die Einwendung zur Verhinderung des Abpumpens von Wasser im Hambacher Forst:

https://ulrics.blog/2019/07/09/anleitung-zur-einwendung-endcoal-hambischreibt-hambibleibt-endegelaende-allegegenrwe/ 

Unsere Stellungnahme in Auszügen:

Bei Vorhaben, die Umweltauswirkungen haben, ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit durch EU-Recht vorgeschrieben. Der Tagebau Hambach ist ein solches Vorhaben mit gewaltigen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Weltklima. Von diesem Vorhaben sind wir alle, die Menschen in der Region wie weltweit, betroffen. Gerne führen wir  unsere persönliche Betroffenheit im Folgenden weiter aus.

Der verbliebene Rest des Hambacher Waldes ist einer der letzten Reste ursprünglicher Bewaldung in der Region. Wir möchten, dass dieser Wald erhalten bleibt; wir brauchen alte Wälder zum Erhalt der Biodiversität und zum Schutz der dort lebenden Tierarten. Die Forste, die im Rheinland sind, bieten nicht genug Vielfalt, um den klimatischen Veränderungen zu trotzen. Es braucht alte, gewachsene und widerstandsfähige Wälder, die die wichtigen Luft-Filter-Funktionen übernehmen.

Wenn wir es in Deutschland nicht schaffen, unsere eigenen alten Wälder zu erhalten und sie vor Profit- und Wirtschaftsinteressen zu schützen – mit welchem moralischen Recht wünschen wir dann von Ländern mit Regenwaldbeständen, dass sie diese schützen? Weltweit brauchen wir Wälder, um die globale Erwärmung aufzuhalten. Deutschland als eines der reichsten Länder der Erde sollte mit gutem Beispiel vorangehen.

Zudem hat die Grundwasserabsenkung, die derzeit bereits durch RWE durchgeführt wird, verheerende Folgen für die Vegetation vor Ort. Es ist deutlich zu sehen, wie sehr die Bäume und Pflanzen im Hambacher Wald unter dem Entzug des Grundwassers leiden. In der gesamten Region, auch in Köln, herrscht bereits jetzt große Trockenheit. Die Pegelstände im Rhein sind in den Sommermonaten sehr niedrig. Wir befürchten umfassende negative Folgen für die Wasserversorgung. Bislang konnte seitens RWE nicht hinreichend belegt werden, dass das Absenken des Grundwassers keine negativen Folgen für die Vegetation und für die Wasserversorgung der Region hat. Wir wollen, dass dieser einzigartige Wald für künftige Generationen erhalten bleibt. Deshalb sollte Ihre Behörde meines Erachtens umgehend dafür Sorge tragen, dass der Wald bewässert wird. Das Wasser, das aus dem Tagebau abgepumpt wird, sollte sofort zurück in den Wald geleitet werden.

Die Stadt Köln hat große Probleme mit Luftgiften, die für die Bewohner*innen stark gesundheitsschädigend sind. Einen Anteil an dieser schlechten Luft haben die Braunkohlekraftwerke, die nahe Köln liegen. Zum Schutz der Bevölkerung wäre ein richtiger Schritt, die Luftverschmutzungen durch die Braunkohlekraftwerke schnellstens abzuschalten. Und die Wälder in der Region aufzuforsten, statt sie zu roden.