Der letzte Tag des Hambacher Waldes

Heute waren wir – wohl zum letzten Mal – zum Waldspaziergang im Hambacher Wald. Morgen beginnt die Rodung. Obwohl die Braunkohle unter dem Wald nie mehr gehoben werden wird: RWE hat seine Ausstiegspläne aus der Braunkohle längst geschrieben. Es geht offenbar allein darum, den „Ökoterroristen“ (kolportierte Bezeichnung unseres NRW-Innenministers für Umweltschützer) zu zeigen, wer das Sagen hat.

Wir waren heute auch deshalb im Hambacher Wald, um uns dafür zu bedanken, dass mutige Menschen aus aller Welt den Wald vor unserer Haustür retten wollten. Auf dem Bild seht Ihr einen Baumschützer, der seit vier Jahren immer wieder im Wald gelebt hat. Er verabschiedet sich von Freundinnen und Freunden im Wald, um sein Baumhaus zu beziehen, in dem er die Rodung erwartet. „Wir können den Wald nicht alleine beschützen“ sagte er uns zum Abschied – „das ist auch die Aufgabe der Menschen hier in der Region. Wir haben alles getan, was wir konnten. Nun stoßen wir an unsere Grenzen. Es ist komisch im Rheinland… es hat fünf Jahre gedauert, bis überhaupt Menschen vom Sofa aufgestanden sind, um ihren Wald zu bewahren.“ Wir haben ihm Blumen mitgebracht, die er gerne mit ins Baumhaus genommen hat.

Unter dem Jubel der anwesenden RWE-Mitarbeiter werden morgen Bäume gefällt, die so viele hundert Jahre alt sind.“ Dieser Satz eines weiteren Aktivisten, der die letzte Räumung erlebt hat, klingt in unseren Köpfen und Herzen traurig nach.